Theater für die Ohren
00:00:33: Willkommen zu unserem Podcast jetzt gerade aus der Oberlandstraße in Tempelhof, wo wir unsere wunderbaren Probenräume haben.
00:00:42: In den alten Filmstudios der Ufa.
00:00:44: Schön dass du da bist!
00:00:46: Hallo und ich auch.
00:00:48: Die meisten Leute kenne dich ja als Schauspielerin.
00:00:51: das heißt es stimmt inzwischen nicht mehr denn ich wollte eine so elegante Überleitung machen weil jetzt sitzt er hier als Regisseurin Und das machst du – ich weiß gar nicht, ob es vor allen Dingen jetzt des Regie-Fühlen ist oder auch die Schauspielerei.
00:01:04: Oder was ist da inzwischen mehr geworden?
00:01:08: Naja, ich habe vor drei Jahren gesagt, bevor es zu spät ist, bevor mich überhaupt niemand mehr will, sage ich mal lieber, jetzt will ich nicht mehr!
00:01:21: Ich wollte den allen gleich schon mal ein Schnippchen schlagen und hab gesagt, nee spielen wir nicht mehr.
00:01:27: Und weil die Regie mir einfach auch viel, viel mehr Spaß macht.
00:01:32: Weil es jetzt seit vierzehn Jahren neu ist und die Schauspielerei ist ja seit... ...vielfünfundvierzig Jahren dann doch nicht mehr neu.
00:01:42: Ich wollte halt was Neues machen!
00:01:44: Deswegen mache ich jetzt eigentlich mehr Regie.
00:01:48: Genau das macht sich auch sehr erfolgreich.
00:01:50: Jetzt aktuell läuft bei uns hier... Es ist nur eine Faserhase in deiner Regie.
00:01:56: Da ich die Entstehungsgeschichte der ganzen Sache kenne, weiß ich ja auch dass du die Initiaturin bist das es überhaupt von diesem Titel ein Stück gibt.
00:02:07: Denn ich weiß noch du kamst auf mich zu und hast gesagt hier ist was ganz witziges.
00:02:12: das könnte man bestimmt gut auf die Bühne bringen.
00:02:15: dann habe ich mir das durchgelesen hab dann die Originalautoren kontaktiert die dann versucht haben, eine eigene Fassung zu schreiben.
00:02:23: Die weder dir noch mir... Also dem Ansprach wie wir es uns vorgestellt haben?
00:02:28: Ja, die schreiben halt sonst Klossen und Romane.
00:02:32: Und dann haben sie halt irgendwann gemerkt ach das ist doch ein anderes Medium und Theater.
00:02:38: und ja so.
00:02:40: und dann haben Sie's letztlich abgegeben An den Stefan Vögel.
00:02:45: Genau,
00:02:45: das war ja auch deine Initiative soweit ich das weiß.
00:02:48: Mit
00:02:48: dem Verlag an Stefan Vögel ist es dann zu geben der auf der Basis der Kurzgeschichten von von den beiden
00:02:58: Maxim Leo und Jochen Gutsch.
00:03:00: Dann ein ganz eigenes Stück geschrieben hat aber sich bezogen hat auf dieses
00:03:04: Buch.
00:03:06: Und nun ist es ein schöner Erfolg.
00:03:08: Es ist nicht nur jetzt in Berlin ein Erfolg, sondern war ja schon vorher in Hamburg ein großer Erfolg und auf Tournee.
00:03:14: Und wofür ich weiß wurde es auch in vielen Städten nachgespielt?
00:03:17: Also du warst die erste, die das rausgebracht
00:03:19: hat.
00:03:19: Ja wir hatten die Uraufführung.
00:03:21: Die absolute Uraufführung erst alles
00:03:25: haben wir gemacht.
00:03:25: Gibt's mehr als Urafführung eigentlich?
00:03:27: Absolut!
00:03:30: Ist die Ueraufführungen?
00:03:31: Ja genau.
00:03:32: Du bist wieder uro-groß... Also gibt es auch Uraufführungen.
00:03:38: Haben wir das geklärt jetzt?
00:03:40: Genau, also wenn ich so jetzt hier auch so drüber lachen muss... Wir kennen uns ja wirklich schon länger!
00:03:48: Ja sehr länger.
00:03:49: Sehr
00:03:50: länger.
00:03:51: Wenn ich mit dir zusammensitze dann muss zwangsläufig an die achtzehn Jahre denken.
00:03:57: Ich rede über das vergangene Jahrhundert, weil da haben wir uns kennengelernt und waren beide wirklich noch sehr jung.
00:04:03: Sehr jung!
00:04:04: Genau...und das ist interessant für mich und dann muss ich immer wieder drüber schwunzeln.
00:04:09: Als wir uns kennenlernen es war auf der Bühne des Theaters am Kuhwüsten Damm und da hast du meine Mutter gespielt.
00:04:18: Also das war auch das Einzige, weil es sich überhaupt jemals auf einer Bühne stammt.
00:04:22: Wirklich?
00:04:23: Danach nicht mehr?
00:04:24: Nein, genau.
00:04:25: Hast dir gereicht!
00:04:26: Ja, für mich ist es nicht mein Ort.
00:04:29: Ich liebe ja Bühnen und liebe alle Leute die da oben auf der Büh ne stehen.
00:04:33: Und liebe auch alles ringsherum wie so ein Theater entsteht.
00:04:35: aber auf der bühne zu stehen ist nach wie vor nicht mein liebstes und schon gar keine Rolle spielen.
00:04:40: Kannst du den Text
00:04:40: noch?
00:04:41: Den Text kann ich noch.
00:04:43: Es war wirklich eine kleine Rolle.
00:04:45: Das ging schon mit dem ersten Satz.
00:04:48: Sie haben was gebacken.
00:04:53: Das war eine kleine Rolle, die ich gespielt habe...
00:04:55: Du hast
00:04:56: ein Lehrling gespielt!
00:04:57: Nur im letzten Bild bin ich mal zwanzig Minuten aufgetreten.
00:04:59: insgesamt das ganze Bild dauerte so lange.
00:05:01: aber du hast eine der Hauptrollen gespielt bis durch das Stück gegangen Die Durchreise von Kurt Flato mit Georg Tomala und Eckhard Fritsch.
00:05:09: Man werde alles dabei warten.
00:05:12: Also du warst Eigentlich die zweite Hauptrolle nach Tumala.
00:05:17: Genau, war ein Riesenerfolg damals.
00:05:20: auch ein tolles Stück ging so durch die Berliner
00:05:22: Zeit.
00:05:22: Das haben wir damals in den guten alten Zeiten ja sechs Monate am Stück gespielt
00:05:27: und zwar auch Montags selbstverständlich.
00:05:30: das habe ich verdrängt.
00:05:32: für mich war es ja damals eine extrem spannende Prägende Zeit, also ich war neunzehn muss man dazu sagen.
00:05:42: Ich war fünf
00:05:42: Jahre älter.
00:05:43: Ja das hat sich ja jetzt verspielt.
00:05:45: Das ist nicht mehr so.
00:05:47: Du bist jetzt älther?
00:05:48: Genau!
00:05:50: So hier brechen wir ab.
00:05:55: Aber wir sind nach dem Stück weiß ich... Wir sind immer um die Häuser gezogen
00:05:59: und zwar...
00:06:01: Achso Entschuldigung.
00:06:02: Nee,
00:06:02: nee, das kannst du auch gerne sagen.
00:06:03: Also da gab es dann den Dschungel und dann sind wir da immerhin Und es war schon immer so eine Zitterpei, die kommt man überhaupt rein.
00:06:16: Weil das war immer anders.
00:06:18: Entweder du bist reingekommen oder du bist nicht reingegommen.
00:06:20: Also wir sind immer reingegekommen
00:06:21: und... Wir
00:06:22: sind immer reingekommen!
00:06:23: Ja, aber wir haben auch keine Kohle gehabt.
00:06:25: Auch wenn ich da gespielt habe und du auch gespielt hast ... Also so viel Geld haben wir noch nicht verdient, dass wir da jeden Abend irgendwie das hätten krachen lassen können.
00:06:35: Und dann gab es immer irgendjemanden in der Truppe, weil wir waren natürlich mit mehreren unterwegs.
00:06:42: Viele deiner Freunde waren auch dabei und ich weiß nur Kathe und ... Ach Gott ja ganz viel!
00:06:49: Und dann hieß es immer einmal sagt denn jemand okay ich gebe eine Runde aus und dann sind alle aufs Klo und haben am Wasserhahn was getrunken
00:06:58: Genau.
00:06:59: Bloß nichts ausgeben, das war der Challenge.
00:07:02: Wir hatten ja nichts!
00:07:04: Da sind
00:07:06: wir da wirklich nur zum Tanzen gegangen.
00:07:07: aber das wirklich oft und ich weiß Dschungel war ich das erste Mal, da war ich vierzehn glaube ich.
00:07:13: Was?
00:07:14: Ja, ich habe so getan als wäre ich fünfzehn.
00:07:15: Du warst
00:07:16: vierzehnt?!
00:07:18: Nee!
00:07:19: Doch, ich war leider viel zu früh unterwegs.
00:07:20: Aber es war trotzdem eine tolle Zeit und das Florian gab's damals noch?
00:07:25: Da waren wir auch viel nach der Vorstellung... Und?
00:07:27: Weil der Dschungel war natürlich erst später.
00:07:29: Ja, da ging's erst nachts zurück.
00:07:31: Und dann ist man so morgens um drei, ist man ins schwarze Café und hat da was gegessen!
00:07:37: Genau.
00:07:38: Hat ja rund um die Uhr auf.
00:07:39: Ja!
00:07:39: Vierundzwanzig sieben Berlin damals.
00:07:41: Das war schön.
00:07:43: Und weil Sie noch.
00:07:44: manchmal bin ich dann auch noch morgens um acht oder so ins Campi zum Frühstücken.
00:07:51: Ach ja?
00:07:52: Da war ich nicht dabei, guck
00:07:53: mal.
00:07:53: Ja, da war ich dann alleine.
00:07:56: Campi im Frühstück... Na ja interessant!
00:07:58: Das ist ja eine interessante Reise in die Nacht.
00:08:01: Ja das
00:08:01: war auch gut und dann hast du dich hingelegt für ein paar Stunden und zack abends wieder auf die Bühne.
00:08:09: Ja, also deswegen.
00:08:09: Also für mich war das alles sehr abenteuerlich aber ich habe es nicht weitergemacht.
00:08:13: Ich wollte nicht weiter Schauspieler sein ja weil mir war das viel zu aufregend.
00:08:18: Also wenn mal irgendwas passiert ist was nicht so einstudiert war dann war bei mir gleich sehr unangenehm.
00:08:24: Aber das ist uns allen unangenergenehm, aber es geht vorbei Martin!
00:08:28: Ja, aber ich glaube nicht dass ich jetzt noch der Krehe anfange.
00:08:30: Danke dass du das versuchst.
00:08:34: Bei der Durchreise ist zum Beispiel folgendes passiert.
00:08:39: Da gab es doch eine Szene, da hatte ich den Tomala, also den Herrn Salomon.
00:08:45: wollte ich darum bitten irgendwie einem Angestellten in dem ich verliebt war und der ein bisschen auch in mich verliebte und er aber kein Geld hatte, wollte ich dass der ihn vielleicht bei den Kollegen wo er den Anzug kaufen konnte mit dem irgendwie verhandelt damit er den anzug billiger bekommt.
00:09:02: Und es war ... Tomala stand also auf der Bühne an seinem Pult und so.
00:09:07: Ich musste zu ihm hingehen und sagen, ah, Herr Salomon!
00:09:13: Und ich hab so gesagt was ich so dachte, was ich sagen muss.
00:09:17: Also mein Text.
00:09:18: Und dann reagierte er nicht.
00:09:22: Dann habe ich's noch einmal gesagt... und er reagierte schon wieder nicht.
00:09:26: Und da hab' ich einen kalten Schweißausbruch gehabt natürlich.
00:09:30: Hab gedacht, was mach ich?
00:09:32: Jetzt kriegst du Schnappatmung.
00:09:34: Was mache ich jetzt, was mache ich?
00:09:36: Ich kann ja nicht noch mal das Gleiche sagen, das merken die Leute doch.
00:09:40: und dann höre dich wie Georg Thumalle so hinter vorgehaltener Hand ganz leise gesagt hat, ich brauche einfach nur die
00:09:51: Zahl.".
00:09:53: Das heißt du hast in seinem Text den richtigen Text gesagt aber leider falsch oder nicht?
00:09:58: Die haben nicht gesagt, wie viel der Anzug kostet und das brauchte
00:10:02: er aber.
00:10:03: Und ich habe immer gedacht, er hängt!
00:10:04: Das ist allertholzene.
00:10:06: Das Schauspieler immer denkt die anderen sind schuld.
00:10:11: Denkst du?
00:10:11: Ich hab gedacht, oh, der hängt der Arme.
00:10:14: Oh Gott, der Armer hängt und nix.
00:10:16: Ich war der Vollhonk.
00:10:18: So was passiert natürlich auch ganz
00:10:21: oft.
00:10:21: Man muss dazu sagen, die Durchreise das war ein Stück... Das ging immer eine jüdische Firma in Berlin über viele Jahrzehnte.
00:10:29: Neunzehn
00:10:29: Jahre insgesamt.
00:10:30: Also für mich eine tolle Geschichte und es war auch geoktomal aber auch großartig also wirklich so alte Schauspielkunst.
00:10:39: War echt schön!
00:10:41: Ja, dafür habe ich viel gelernt muss ich sagen.
00:10:46: Das meiste von den Kollegen gelernt, muss ich sagen.
00:10:50: Bei deinem Vater?
00:10:51: Bei Jürgen?
00:10:52: Bei dir habe ich auch assistiert.
00:10:54: Stimmt ja!
00:10:55: Bei deinen Anfängen habe ich assistiert?
00:10:57: Genau,
00:10:57: im Magazin.
00:11:02: Da waren wir alle.
00:11:04: Der Schneider aus Hamburg und so... Da war schwer was los.
00:11:09: Das waren die Anfänge der nächsten Generationen.
00:11:14: dann habe ich assistiert bei Wolfgang Spiel natürlich und bin halt alles durchlaufen.
00:11:23: Ich habe halt von Tomala, von Junke, von Paul Hubschmidt.
00:11:26: Von all diesen Kollegen mit denen ich gearbeitet habe wahnsinnig viel gelernt.
00:11:31: Viel mehr als auf einer Schule weil du durch Beobachtungen und durch Tipps und so kriegst soviel mit wie man was macht wie man am besten etwas über die Rampe bringt.
00:11:43: es klingt immer so ich bringe etwas über Die Rampe.
00:11:46: das ist halt schwer Emotionen so zu transportieren dass es beim Publikum unten ankommt echt nicht leicht und das habe ich von denen allen gelernt.
00:11:56: Ja, vor allem in Komödie ist ja nicht leicht.
00:11:59: Das stellen wir immer wieder fest dass manche auch sehr erfahrene Kolleginnen und Kollegen mit der Komöde sich wirklich schwer tun.
00:12:08: Timing und so weiter ist nicht ganz einfach.
00:12:11: Ja,
00:12:13: also abgesehen vom Timing ist es ja auch so.
00:12:16: das bei der Komöte ist es nur komisch wenn du jemanden quasi beobachtest, der sich unbeobachtet fühlt.
00:12:23: Also muss er so sein als wäre dass dieser Augenblick in dem Moment genau das passiert?
00:12:30: Und das ist halt schwierig!
00:12:32: Das ist das Allerschwärste und vor allem ist das Schwerste immer wieder herzustellen.
00:12:38: Passiert dann natürlich die Leute lachen, der Schauspieler freut sich.
00:12:41: Ah ist gut angekommen ja super ah das nächste mal drückt ein bisschen drauf macht ein bisschen mehr was es gar nicht braucht.
00:12:49: die leute lachen wieder und er denkt ah das war gut dass ich mir gemacht habe dann noch mehr.
00:12:54: dann lachen die leuten plötzlich nicht mehr weil sie merken aha da hat jemand eine ponte angekündigt.
00:12:59: das das ich mir nicht gefallen.
00:13:01: dann lache ich nicht so und dann macht der schauspiel etwas ganz bescheuertes.
00:13:05: dann macht er noch mehr Statt wieder beim Vor- und Vorne anzufangen, um sich darauf zu besinnen.
00:13:11: Ach wie haben wir das eigentlich ins ... ach so!
00:13:13: Das muss weg, das muss weg.
00:13:14: Nein!
00:13:15: Und dann passiert folgendes... Dann hast du irgendwann auf der Bühne nur noch Schaum.
00:13:20: Es ist nur noch schaum nichts anderes mehr.
00:13:23: Und dann ist halt auch die Lacherei ein bisschen dumpfer nachher.
00:13:27: Was ist halt so?
00:13:28: Nutzt ihr deiner Erfahrung als Schauspielerin nutzt dir die, die bei dem Regie führen oder es ist ein ganz anderer Blick den Du da aufsetzt.
00:13:36: Oder kannst du gut nachvollziehen, wie es den Schauspielerinnen und Schauspielern da geht?
00:13:40: Oder guckst du einfach auf das Ganze oder die Situation... Also fruchtet sich das gegenseitig.
00:13:47: Oder ist das ein ganz anderes Metier?
00:13:50: Na ja, es ist schon was völlig anderes natürlich als auf der Bühne zu stehen davor.
00:13:56: Das ist ja ... Schauspiele denken immer sie wissen alles besser und sie können so einfach
00:14:00: besser.
00:14:00: Drehen Sie da aus Erfahrung?
00:14:03: Ja ich rede auch davon!
00:14:04: Ich habe mich auch gedacht Wenn da ein Regisseur gesagt hat, ja dann kommst du da rein und dann gehst du dahin oder machst du das noch?
00:14:10: Da hab ich mir gedacht so eine Scheiße.
00:14:11: Wieso das denn?
00:14:13: Ich kann doch auch das und das machen!
00:14:18: Also das Gute daran die eine Seite ist... ...ich weiß wie sie sich fühlen, ich weiß warum die mit dem Text Gerade Schwierigkeiten haben, das weiß ich alles.
00:14:27: Ich weiß auch warum einer an dem Tag oder ein nie an dem tag vielleicht nicht so gut drauf ist weil das siehst du gleich Du weißt gleich aha heute ist ein guter tag Heute ist ein schlechter tag Oder heute ist einen tag.
00:14:40: I blame it to someone else.
00:14:41: Ja Das gibt's ja auch.
00:14:44: Das hilft mir schon Weil ich das als Schauspielerin alles kenne Das weiß ich, ich weiß dass Auf der anderen Seite ist es aber auch so zu viel Verständnis auch nicht gut ist.
00:14:57: Weil du musst natürlich als Regisseurin, musst du natürlich auch die Zügel ein bisschen straffer halten.
00:15:08: manchmal und das fällt mir halt total schwer weil ich denke mal die Armen... Oh Gott, jetzt sind sie aber aufgeregt oder so.
00:15:18: Jetzt haben Sie das Stück schon dreißig Mal gespielt und jetzt denken Sie, Sie wissen alles?
00:15:22: Aber Sie wissen natürlich nicht alles klar weil wenn ich vorne sitze, ich sehe einfach was nicht funktioniert und was funktioniert und da muss man mir vertrauen und dann muss man auch mit mir arbeiten wollen!
00:15:33: So,
00:15:33: sowas verschiebt sich natürlich... Ich bin zu nett einfach, ich kann die Zügeln nicht so straff machen wie es vielleicht andere Regisseure oder Regisseurinnen machen weil ich immer denke ach komm der braucht halt seine Zeit.
00:15:52: Ich habe auch meine Zeit manchmal gebraucht.
00:15:54: bei mir war's manchmal so dass ich erst bei der ersten Voraufführung ist bei mir überhaupt der Knopf aufgegangen.
00:16:01: Da hat es plötzlich was hell in meinem Kopf, vorher war es immer dunkel und das hat bei mir halt so lange gedauert.
00:16:08: Und dann denke ich immer, ja der braucht vielleicht noch oder die braucht.
00:16:13: Aber
00:16:13: ist es nicht auch eine Qualität?
00:16:14: Also wenn ich so zuhöre würde ich denken das ist doch ne gute Einfühlung sozusagen in den verschiedenen Personen, die da stehen.
00:16:22: Das sind ja auch nur Menschen.
00:16:23: Ja aber verschiedene Personen sagst du was richtiges.
00:16:26: Es ist nämlich so dass die einen können damit gar nicht umgehen und sie brauchen eine Grenze.
00:16:32: Es gibt Schauspieler, die provozieren dich.
00:16:36: In dem Sie einfach Das was du ihnen vorschlägst, weil du kannst ja nur Vorschläge machen.
00:16:42: Ausführen müssen die das?
00:16:45: Die machen das einfach nicht.
00:16:47: und du weißt aber... Weil du siehst und hörst dass es gut wäre wenn sie das machen würden.
00:16:53: und dann sagst du nochmal, sagst noch mal probier's mal aus!
00:16:59: Und er machts wieder nicht und er macht sich und macht sich.
00:17:02: Dann gebe ich irgendwann auf und denke mir okay Dann funktioniert das halt nicht die Szene, dann bist du selber schuld.
00:17:08: Und dann lasse ich da meistens los.
00:17:12: und dann gibt es zwei Möglichkeiten entweder derjenige oder diejenige merken oha mit mir wird ja gar nicht mehr gearbeitet.
00:17:21: Das mögen sie natürlich auch nicht weil Sie sehen dass mit den anderen Kollegen gearbeitet wird und was dabei rauskommt.
00:17:30: Entweder die kommen dann wieder und wollen wieder arbeiten Oder sie ziehen das Ganze durch.
00:17:36: Und dann bist du einfach verraten und verkauft, dann ist es... Wolfgang Speer hat gesagt, Regie führen ist das langsame Quellen der Verabschiedung von den eigenen Vorstellungen.
00:17:46: Gut!
00:17:47: Das stimmt zum Teil auch so.
00:17:50: Das ist halt die eine Sache, dass die dann irgendwann zurückkommen und sagen okay jetzt will ich doch arbeiten, jetzt glaube ich das doch?
00:17:57: Dann gibt's eben welche, die machen das nicht.
00:17:59: Und da kannst du auch nichts machen.
00:18:02: Ich sage dann immer, kannst du es nicht Oder willst du es nicht?
00:18:06: Was ist der Grund, ich würde's gerne wissen.
00:18:08: Wenn du das nicht kannst, würd' dich dir gerne helfen.
00:18:11: Wenn Du es nicht willst hast du Pech
00:18:13: gehabt!
00:18:15: Ist es deine Erfahrung dass es mehr mit Männern bei dir passiert?
00:18:19: oder auch ist es ganz egal und mit Frauen mehr?
00:18:21: Es klingt vor allem vom Charakter ab...
00:18:25: Das hängt ganz oft.
00:18:27: also es ist Männer und Frauen dabei gibt es nicht mehr.
00:18:31: Bei Männern vielleicht mehr, weil's mehr männliche Rollen gibt?
00:18:34: Ach
00:18:34: so!
00:18:35: Okay.
00:18:35: Ja aber ansonsten hat das damit nichts zu tun.
00:18:37: Meine
00:18:37: Erfahrung ist ja ich mach hier auch Regie... Das oft die Verführung über was ausprobieren funktioniert oft und auch nicht immer.
00:18:51: also ich geb dir absolut recht dass ganz viel Regiführung ist auch ganz viel Psychologie und Menschenkenntnis oder die eine Person muss so, und die andere muss so.
00:19:00: Und irgendwann zum Schluss hast du ja das Ziel, dass alles zusammenkommen soll.
00:19:04: Ja!
00:19:05: Und dann ist es doch ein ganzes Geworben?
00:19:07: Ja genau aber trotzdem ist es ja viel durchaus probieren weil also dieser Beruf den wir da ausüben der hat ja auch manchmal denke ich wenn uns andere Leute beobachten würden dass man wirklich spielt.
00:19:17: Man probiert ja Dinge aus und das ist manchmal ganz albern, manchmal ganz konzentriert und natürlich immer sehr Ernsthaft bei der Sache, aber manchmal darf man eben auch richtig spielen lassen.
00:19:27: Das ist ja auch was Tolles!
00:19:28: Ja das ist super und ich bin ja kein autoritärer Regisseur.
00:19:35: Bei mir darf jeder wirklich alles vorschlagen.
00:19:40: Ich gebe immer so eine kleine Gebrauchsanweisung über meine Personen, wenn ich ... oder manche kennen mich nicht.
00:19:50: Und dann ist so ne Gebrauchsanweisung gar nicht schlecht.
00:19:54: Wie lautet die?
00:19:55: Weil brauchst du uns hier mit uns teilen?
00:19:58: Die ist... Also ich sage immer Leute, ich bin ein Mensch, ihr seid ein Mensch.
00:20:03: Oder viele Menschen.
00:20:04: Das
00:20:04: ist die Gebraucherde!
00:20:05: Du gehst schon mal los, so fange ich an meistens und dann sag' ich Ihr könnt mir alles anbieten.
00:20:13: Ich werde euch auch immer anbieten, es kann sein dass das was ihr mir anbietet nicht gut ist dann ist es so weil ich es entscheide und es kann aber auch sein ich schlage euch etwas vor und dann merke ich am nächsten Tag oder nach einer Woche Und dann sag ich das auch.
00:20:30: Also es ist nicht so, dass ich das verschleier... Es gibt die Rechessüre, die verschleiern, die inszenieren irgendwas und dann merken sie nachem Pottern.
00:20:41: Es ist nicht gut.
00:20:43: Und dann würden sie aber nicht auf die Idee kommen zu sagen, okay Mia Culper ich habe mich geirrt!
00:20:48: Aber ich finde es ist ganz wichtig dass man weiß das man sich irren kann und dass man sich auch irren darf weil Irren ist überhaupt nicht schlimm.
00:20:57: Irren bringt einen ja auch weiter.
00:21:00: Bist du eine Regisseurin, die da stelle ich immer wieder fest.
00:21:03: Da sind wir alle ein bisschen unterschiedlich.
00:21:05: Gehst Du gleich in die Handlung?
00:21:07: Also ausprobieren oder sitzt Du gerne am Tisch und alle lesen einen zwei drei vier Tage.
00:21:12: es gibt Regisseure und Regisseuren, die diesen zwei Wochen lang nur am Tisch gehen dann erst auf die Inaktion.
00:21:20: wie machst Du das in der Regel?
00:21:21: also ich gehe da so ein bisschen von mir aus Ich kenne das auch, dass man eine Woche oder zwei Wochen immer nur liest bzw.
00:21:30: im Halbkreis sitzt oder Rücken an Rücken sitzt und den Text macht damit der Text einem gehört.
00:21:36: ich habe die Erfahrung gemacht.
00:21:38: bei mir ist es so wenn ich dann dann irgendwann bin ich des Textes überdrüssig und dann mache ich so Sachen dass sich dann plötzlich den Text in bayerischen Dialekt oder so sage Und dann denkt der Regisseur, das ist ein Vorschlag und merkt aber nicht dass mir kacke langweilig ist oder sie es deswegen mache.
00:21:58: Ich habe festgestellt in dem Augenblick wo ich anfange zu spielen, ist der Text weg.
00:22:06: Kann ich den Text nicht mehr?
00:22:08: weil mein Hirn dann plötzlich so viel mit anderen Dingen zu tun hat, dass es den Text vergisst.
00:22:15: Das schmeißt den Text einfach raus und sagt jetzt kümmern wir uns mal darum.
00:22:18: später gehen wir nochmal auf einen Text zurück.
00:22:21: Und deswegen ist es so.
00:22:23: ich habe gerne bespreche gerne die Rollen also die verschiedenen Persönlichkeiten deren Vergangenheit was sie wollen.
00:22:32: Also ich gehe auch relativ psychologisch an die ganze Sache ran an den Einzelnen und bespreche das, was er auch will.
00:22:42: Und macht da auch im Text, damit man weiß innerhalb des Textes wie kann ich den Text so brechen dass er das von meinem Rollenperson zeigt die ich zeigen möchte oder nicht zeigen möchte?
00:22:59: also ich arbeite vielen mit dem Text inhaltlich auch und was es mit der Person zu tun hat, mit dieser Rolle.
00:23:10: Das mache ich sehr gerne weil das hilft finde einzelnen Charaktere rauszuarbeiten, dann ist es nicht so schwampfig und du hast immer die gleichen Leute da quasi, die immer gleich betonen oder das Beton was der Regisseur so wollte.
00:23:28: Sondern das werden dann schon einzelne Charaktäre.
00:23:31: Und das finde ich wichtig.
00:23:35: Deswegen aus eigener Erfahrung mache ich diese zwei Wochen Textgeschichten.
00:23:39: Das mache ich nicht so gerne weil ich oftmals gemerkt habe Ich verliere dann Zeit, um auf der Bühne auch Dinge auszuprobieren die mit Gängen zu tun haben und so.
00:23:51: Und diese Zeit habe ich einfach verloren weil du hast nur sechs Wochen Proben und davon halt fünf Wochen auf der Probebühne und eine Woche im Theater wo eh schon alles gegessen ist.
00:24:00: im Grunde Und ich brauche die in den fünf Wochen, muss sich das alles ausprobieren.
00:24:06: Ob da noch ein Gang möglich ist oder ob hier noch irgendwas möglich ist damit sie nicht so statisch irgendwie sind.
00:24:12: Wenn ich zwei Wochen nur Text mache dann lasse ich die auch auf der Bühne einfach nur sitzen und da habe ich einfach keine Lust
00:24:19: drauf.
00:24:21: Ich muss den ganzen Titel sagen, es ist nur eine Fasehase.
00:24:25: Zurück denkst du als du den Text damals vorgeschlagen hast, als dir dieses Buch in die Hände gefallen ist bevor er ein Theater-Stück
00:24:31: wurde?
00:24:32: Ja und bevor es einen Kinofilm wurde!
00:24:34: Genau
00:24:34: das kam ja auch noch dazwischen.
00:24:36: Was hat dich daran fasziniert?
00:24:37: also was fandest du daran witzig?
00:24:39: oder was hast du gedacht?
00:24:40: warum musstes ding Kannst du dich überhaupt noch da zurückspulen?
00:24:44: Solange ist das ja nicht her.
00:24:45: Drei Jahre gleich.
00:24:46: Aber es war so viel passiert, zwischendurch hast du natürlich das Stück inszeniert und...
00:24:51: Das vergesse ich nicht, weil das quasi mein Baby ist.
00:24:53: Es ist ja mein Baby!
00:24:54: Ich habe ihn auf die Welt gebracht.
00:24:56: Erinnerst du mich an die Geburt um mit diesem Kaffer
00:24:58: zu arbeiten?
00:24:58: Ja, ich hatte die Gebur, die war eine schöne Geburt.
00:25:02: Wirklich war nicht so schlimm wie man sonst immer hat.
00:25:05: Also ich weiß, ich war bei Dosmann Und da gibt es ja immer so den Spiegel-Bestzellerstapel.
00:25:12: Da bin ich dahin hängen geblieben, weil den Titel fand ich lustig.
00:25:16: Es ist nur eine Fasehase.
00:25:18: und dann bin ich da hengeblieben und hab in dem Buch rumgeblättert und habe so ein bisschen quer gelesen und dachte mir das ist ja toll!
00:25:25: Das ist ja lustig.
00:25:28: was mir so Spaß daran gemacht hat war dass du plötzlich erfahren hast wie Männer so denken.
00:25:38: Also es geht ja um Männer, die in eine Phase geraten und denken
00:25:42: das war's jetzt.
00:25:44: Es wird über Männer lustig sich gemacht sowohl in dem Text als auch im Stück.
00:25:51: Das
00:25:52: hat mir wahnsinnig gut gefallen!
00:25:56: Naja es ist so, dass in dem Buch gibt's eben Geschichten wo du denkst ach so ticken die Männer.
00:26:04: Ach daher kommt das!
00:26:06: Ach so deswegen.
00:26:08: ich habe also immer so Aha-Erlebnisse gehabt und das fand ich super und dann hab' ich gedacht okay so etwas gibt es nicht als Theaterstück.
00:26:18: Also es wird sich natürlich immer über Paare lustig gemacht oder nicht lustig, oder es gibt Verwechslung.
00:26:25: Das übliche was man so kennt.
00:26:26: Oder es gibt die schwitzende Frau im Klimakterium ist und dicker geworden.
00:26:32: Aber über Männer gibt das nichts!
00:26:34: Und dann habe ich gedacht, dass wird Zeit, dass jetzt auch mal etwas über Männer ergibt damit auch die Frauen mal erfahren was in den Kopf ihres Ehemannes alles so vorgeht was er gar nicht sagt.
00:26:47: Nicht sagen, das können ja Männer gut.
00:26:48: Nichts sagen können sie super!
00:26:51: Dafür können wir Frauen viel sagen auch super.
00:26:54: Okay, das war jetzt auch die typische...
00:26:57: Ich darf das als Frau sagen dass ich als Frau viel rede.
00:27:02: Da merkt man ja auch hier.
00:27:05: Das ist sehr schön finde ich, total angenehm.
00:27:07: und Gott es wird ein Satz aus meiner frühen Familie Seid mal leise, Martin will was sagen.
00:27:13: Da konnte ich natürlich nichts mehr sagen.
00:27:15: dann.
00:27:15: Okay aber das war...
00:27:18: Scheiße!
00:27:21: Gut da bist du aber raus?
00:27:21: Ja, da bin ich raus.
00:27:23: Hat einige Zeit gedauert und habe gut daran gearbeitet.
00:27:26: Inzwischen kann ich auch vor vielen Leuten frei heraus reden.
00:27:30: Und das machst du auch sehr gut?
00:27:32: Aber ich darf nicht drüber nachdenken.
00:27:36: Du, ich sage dir was es ist ganz oft so dass man nicht darüber nachdenkt.
00:27:39: Das ist ganz oft.
00:27:42: Wenn du vorher darüber nachdenkst, was das bedeuten könnte oder was passieren könnte, dann machst du es ja nicht mehr.
00:27:49: Verstehe
00:27:50: ich.
00:27:50: Aber wir schnissen mal nur nachdenken!
00:27:53: Verdammt...
00:27:53: Nicht nachdenkt?
00:27:54: Ja
00:27:54: genau, ich darf nicht nachdenkeln.
00:27:57: Genau, sehr gut.
00:27:59: Okay siehst du hast mir schon ein Regie-Tipp
00:28:00: gegeben.
00:28:01: Wir können es nächste Mal
00:28:05: vor... Was werden die Leute denken, wenn sie das hören?
00:28:09: Oh Gott!
00:28:10: Na ja auf jeden Fall werden Sie denken und es ist ja auch spannend.
00:28:14: Die Ute Willing kommt bestimmt aus Berlin, wenn Sie dir zuhören.
00:28:16: dabei stimmt das überhaupt nicht also überhaupt nicht deswegen weil du aus München kommst.
00:28:20: Ja ich bin ein bayerisches Mädel.
00:28:22: Genau und das hörte man auch schon damals als du ganz frisch in Berlin warst ziemlich schnell nicht mehr.
00:28:28: Es gab damals im Theater den Bühnchef Norbert hieß er und der hat immer gesagt Ja, klopst du nicht.
00:28:38: Das ist die nicht aus Berlin, das klopste doch noch nicht!
00:28:42: Weil ich bei der Durchreise eine Berliner Göhre gespielt habe.
00:28:46: Daher kam es auch und da musste ich natürlich ein bisschen Berliner Dialekt mir reinschaffen.
00:28:51: Und hast du es dir richtig ran geschafft?
00:28:52: oder bist du einfach so?
00:28:56: Geht's dir woanders auch so oder ist es jetzt nur weil du einfach nach Berlin innerlich gehörst und seitdem ihr auch nie wieder weggezogen bist?
00:29:07: Also was mir geholfen hat, dass ich sehr schnell bin.
00:29:11: Das hat mir echt geholpen für den Dialekt weil die Berliner sind ja auch sehr schnell und das ich so kattend frech war, das hat mir auch geholft und ich habe ein gutes Melodiengehör und insofern ging es wirklich gut.
00:29:29: Ich habe ja zu Hause mit den Großeltern Bayerisch gesprochen, weil die mich auch sonst nicht verstanden haben.
00:29:37: Und mit meiner Mutter und meinem Vater Hochdeutsch.
00:29:41: Deswegen war das natürlich viel leichter, weil ich diesen bayerischen Singen sagen, den musste ich nicht erst wegschmeißen sondern ich konnte diese berlinerische was ja auch immer so ein bisschen ... Das ist ja ganz schnell!
00:29:52: Es hat einen ganz eigenen Rhythmus und zwar einen ganz schnellen Rhythmuss.
00:29:56: Und der bayerische Rhythmus, das ist ein bisschen was anderes.
00:29:59: Der geht etwas langsamer, er ist betächtiger... Ein bisschen ist auch gut und es findet extrem
00:30:05: langsame!
00:30:06: Ja, sie müssen bedächtig sein weil wir haben viele Wälder.
00:30:13: Deswegen ist das.
00:30:14: Die Frage hätte ich jetzt eigentlich stellen wollen, wenn du dann da bist in Bayern, ob du dann einfach wieder umswischen kannst?
00:30:21: Aber ja, haste eben gezeigt!
00:30:23: Also die Bayern merken nicht dass du eigentlich gar keine Bayerinnen mehr bist.
00:30:27: Ich bin immer noch eine Bayerin und auch eine Berliner.
00:30:31: Nee, das merken sie nicht.
00:30:34: Kommt ihr einer entgegen irgendwo auf dem Dorf und der so größte... Und dann sag ich auch, du bist sofort ein Du.
00:30:41: Man ist gleich beim Du!
00:30:44: Nur wenn du Hochdeutsch sprichst, dann wirst du nur einmal mit Christi.
00:30:47: Also ich hab das Gefühl, wenn ich in Bayern bin, egal ob in München oder sonst wo... Ich muss überhaupt nichts sagen, die erkennen sofort dass ich nicht von da bin.
00:30:55: Wenn ihr sofort behandelt wie ein...
00:30:57: Wirklich?
00:30:58: Auszustehen.
00:30:59: Aber wenn ihr uns im Würzhaus reinkommt in Bayern Die Tür aufmacht und sich alle Köpfe gleit, die vorher ganz viel geredet haben.
00:31:07: Alle in einem Moment zu dir umdrehen und sagen ... Und denken!
00:31:12: Sauberau ist oder was?
00:31:14: Ja das sehen die schon.
00:31:15: Das sehen sie sofort.
00:31:18: Aber die sehen es auch weil du in dem Augenblick wo sie sich alle angucken du denkst oh Gott die sehen dass ich kein
00:31:24: Bayer bin.
00:31:25: Das nächste mal nämlich anwenden was Du mir beigebracht hast nichts denkt.
00:31:28: Das war das nächste Mal bei dem Auftritt im Virus aus
00:31:32: Und beim Reinkommen schon.
00:31:34: Einfach nichts denken!
00:31:40: Ja, du hast es schon erzählt, dass es manchmal natürlich Schwierigkeiten auf Proben gibt?
00:31:43: Das ist klar, das ist ja Arbeit und auch ein Prozess jedes Mal... Und eigentlich erzählen wir hier Dinge, die hinter den geschlossenen Vorhang gehören.
00:31:51: Das können
00:31:53: wir raus schneiden oder?
00:31:53: Nein, das war alles.
00:31:55: Lass es uns rausschneiden!
00:31:56: Aber natürlich, weil das Publikum sieht ja immer nur das, was das Ergebnis ist von einem ganz langen Prozess.
00:32:05: Bist auf irgendeine... Ich weiß kann man immer schwer sagen, aber das letzte Baby ist immer das Liebste.
00:32:11: War irgendwas ganz besonders herausfordernd in deiner Regie-Karriere oder auch Schauspielerinnen-Kariere?
00:32:17: Worauf du besonders stolz bist, was ganz den Rahmen gesprengt hat.
00:32:21: Also... also worauf ich eigentlich... worauf Ich stolz bin weil die Umstände so besonder waren und weil es sowas auch was dabei rausgekommen ist, was so besonders war Das war bei dir auch am Haus Das war und Gott sprach.
00:32:51: Wir
00:32:52: müssen reden, ja?
00:32:54: Stimmt!
00:32:54: Da bist du ganz kurzfristig dazugekommen.
00:32:58: Da habe ich auch das Buch komplett umgeschrieben.
00:33:05: Und da riefst du an und hast gesagt, ich habe mal eine Frage.
00:33:09: Wir haben da ein paar Probleme und könntest du dir vorstellen die Regie zu übernehmen für dieses Stück?
00:33:18: Da muss aber auch noch ein Stück was gemacht werden und so.
00:33:21: Dann hab' ich gesagt ja schick's mir, ich lese es mir durch, sag' dir morgen Nachmittag Bescheid!
00:33:25: Und dann hab' Ich dich angerufen und hab' gesagt Ja... mich find das interessant.
00:33:29: Es muss viel, viel gemacht werden und ich kann es nur machen wenn ich dich im Rücken habe und wenn du hinter mir stehst und sagst ja wohl das ist so und das hast Du gemacht.
00:33:41: und dann glaube ich Eine gute Sache geworden.
00:33:47: Die Herausforderung war so eine wahnsinnig kurze Zeit, ich glaube es waren vier Wochen vor Proben beginnen.
00:33:53: Es war irrwitzig!
00:33:54: Ich weiß
00:33:54: noch ganz genau dass.
00:33:55: das Ensemble hat dich geliebt als Regisseurin.
00:33:58: Später?
00:33:58: Ja natürlich.
00:33:59: Am
00:33:59: Anfang nicht, am anderen habe sie mich
00:34:00: gehasst.
00:34:01: Das war richtig auffallend.
00:34:08: Es sollte ja jemand anderes Regiführen.
00:34:11: Da hat es Probleme gegeben, gesundheitliche.
00:34:16: Die ganzen Schauspieler haben schon länger an diesem Stück mitgearbeitet.
00:34:21: Sie wurden da eingebunden und jetzt kommt plötzlich jemand ganz anders.
00:34:25: Ich habe einen Anruf bekommen von einer Schauspielerin, die mir erklären wollte was alles los ist und wie sie sich fühlen.
00:34:36: und so.
00:34:37: Und also ich wurde quasi darauf vorbereitet, so Hallo!
00:34:41: Also wir wollten dich nicht, ne?
00:34:44: Das ist so jetzt.
00:34:46: Und dann weiß ich noch dass ich am Telefon gesagt habe okay...und was glauben Sie wie es mir geht?
00:34:55: Was glauben sie wie's mir
00:34:56: geht?!
00:34:56: Ich bin in dieser Situation, ich habe vier Wochen Zeit und ich werde von einem Schauspieler angerufen der mir erzählt das sie mich eigentlich nicht wollten.
00:35:06: Was glauben Sie, wie es mir geht?
00:35:09: Und das hat glaube ich einiges ausgelöst.
00:35:11: Weil jetzt haben die nicht erwartet.
00:35:13: Das haben sie nicht erwartet, dass sich einfach aufmache und sage guck mal... Ich begebe mich aufs Glatteis und ihr seid dabei mit zu schubsen!
00:35:24: Und das war glaube ich ganz gut und das war sehr herausfordernd.
00:35:26: Und
00:35:27: das zweite was für mich auch ... das ist natürlich der Hase weil ich den geboren habe
00:35:38: Also die Faserhase.
00:35:39: Ja, der Faser-Hase
00:35:40: ja!
00:35:42: Ahja, schön... Ja, es ist nur eine Faser Hase, gibt's ja noch eine Weile hier zu sehen auf wirklich einer tollen Besetzung finde ich.
00:35:53: Das
00:35:53: ist so lustig und es lohnt sich wirklich, das ist so wahnsinnig komisch.
00:35:58: Wenn die über ihre Befindlichkeit, ich darf ja nicht sagen also...
00:36:02: Wieso darfst du nichts sagen?
00:36:03: Nein, aber wo?
00:36:04: ich auch so was ich sofort glaube, dass wenn halt das Testosteron nachlässt.
00:36:16: Und diese körpermitte Situation nicht mehr so funktioniert wie sie mal funktioniert hat und es ist ja ganz viel so, dass sich Männer eben darüber auch ihr Selbstbewusstsein holen und wenn das jetzt nicht mehr geht diese blaue Pülle nehmen.
00:36:37: Dann kann man sich schon vorstellen, dass sie im sogenannten Tweegespräch mit ihrem allerbesten Freund sind.
00:36:45: und das ist halt irrsinnig komisch.
00:36:48: Ich finde es wahnsinnig komischer zu hören, dass er sagt ja ich habe den mal beleidigt und seitdem passiert nichts mehr.
00:36:56: Ja also ich hab ihn mal Schlappschwanz genannt und deswegen macht er nix mehr.
00:37:00: Und dann sagt der andere was?
00:37:02: Du hast ihn schon, ja und dann wollte ich es wieder gut machen.
00:37:05: Und dann habe ich ihn gelobt und hab gesagt du bist so toll!
00:37:12: Ich tut mir leid, du bist jetzt ein Mann.
00:37:14: Also für mich als Frau ist
00:37:15: es sehr komisch.
00:37:15: Ja ich höre dich auch sehr angespannt zu... Angespannt?
00:37:20: Also ja!
00:37:22: Ich weiß jetzt ordentlich richtig, dass er lustig ist.
00:37:24: Aber ich war auch bei der Premiere jetzt nicht da.
00:37:27: Ich habe natürlich in Hamburg gesehen das Ganze und ich weiß bei der Premiere nicht da weil ich selbst in Hamburg Premiere hatte.
00:37:34: aber ich gucke es mir jetzt demnächst mal an und werde genau auf diese Szene ab.
00:37:38: Ich habe aber gehört und ich werde damit ganz viele Leute zusammensitzen, die sich wirklich köstlich amüsiert haben.
00:37:43: In der Premiere war es so!
00:37:45: Und auch in den nächsten Vorstellungen... Also ich freue mich drauf!
00:37:48: Bei der Premiere ist so ein Fuchs vorbeigelaufen?
00:37:52: Ja das wusste ich gar nicht.
00:37:54: Es gibt ja auch diesen Handballverein Füchse Berlin.
00:37:57: Das Reinigenhof ist der
00:37:58: Fuchs
00:37:59: mit Zirk.
00:38:00: Da steht doch überall Füxe rum.
00:38:04: Das wusste ich nicht.
00:38:06: Jetzt ist mir alles klar, der
00:38:07: Haar.
00:38:07: Deswegen laufen die doch um.
00:38:10: Es ist nur eine Fasehase in der Inszenierung von Ute Willing läuft noch bis zum einunddreißigsten Mai In der Komödie am kufesten Damm im Ernst-Reuter Saal in Reinigendorf
00:38:20: Und das ist so schön!
00:38:21: Danke dass du da warst
00:38:22: Sehr sehr gerne.